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23. Apr. 08

To eat, or not to eat – Essen wie Shakespeare

von Nik

hw-shakespeare.jpgEs steht sicherlich außer Frage, dass Shakespeare so zentral zum europäischen Kulturgut gehört, wie die Speisen und Getränke der europäischen Länder. Heute, an diesem 23. April würde der Theater-Heroe seinen 444. Geburtstag feiern. Die Zahl wirkt wie ein Symbol für die Mythen, die diese Person umranken. Denn analog zu Shakespeares Todestag, den 23.04.1616 hat man seinen Geburtstag auf denselben Tag im Jahre 1564 datiert, da genauere Angaben unbekannt sind. Nachdem also heute alle bis zum Abwinken gefeiert haben, wird die Deutsche Shakespeare Gesellschaft morgen übernächtigt ihre dreitägige Tagung in Wien starten. weiterlesen …

16. Apr. 08

Der Mittwoch – heute ein 400 jähriger Jubiläumstag

von Nik

schneiderweizenhell.jpg400 Jahre sind eine lange Zeit. In der Regel lernt man als Kind noch Dinge von seinen Großeltern, diese vermitteln Erfahrungen aus ihrem Leben und zuweilen auch Erzählungen ihrer eigenen Großeltern. Jenseits dieses Rahmens familiärer Erzählungen, die im Besten Falle vier Generationen umfassen, wird Geschichte stets ein relatives Abstraktum. Unsere Vorstellungskraft wird schon auf eine harte Probe gestellt, wenn man davon hört, dass es eine Zeit ohne Elektrizität und allen damit verbundenen Errungenschaften gab. Der Horizont Jenseits der industriellen Revolution ist in diesem Licht betrachtet für uns zu großen Teilen nicht mehr nachvollziehbar. Wie kann man sich da eine Zeitspanne von 400 Jahren vorstellen? weiterlesen …

9. Apr. 08

Filterkaffee neu entdeckt

von Nik

bcc-logo-freigestellt.pngVor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über das Aussterben des Filterkaffees gesprochen. Hierbei bin ich vor allem von den althergebrachten Begleitumständen des Filterkaffees ausgegangen, die sicherlich niemand ernsthaft vermissen wird. Denn weder der zu Sirup eingekochte Rest des Kaffees, noch der Geschmack eines Filterkaffees aus einer alten, verkalkten Maschine, bilden Erinnerungen, denen man mit Wehmut nachhängt. Trotzdem aber lautet die entscheidende praktische Frage: stirbt der Filterkaffee zu Recht aus, oder einfach nur aus falschen Gründen? Sollte man nicht nach all den lauten Espressoschäumern einen Relaunch des ruhigen und unaufgeregten Filterkaffees anstreben? weiterlesen …

2. Apr. 08

Essen und Denken

von Nik

photocase_erbsen1.jpgDer Zusammenhang zwischen diesen beiden Polen des menschlichen Seins leuchtet unmittelbar ein. Man muss nicht erst an Hochleistungssportler und ihre bis ins kleinste Detail ausgetüftelten Ernährungspläne denken, wenn man eine Verbindung zwischen Essen und Denken herstellen möchte. Schließlich kennt jeder das Phänomen, das sich das Denken zunehmend auf Nahrungsaufnahme fokussiert, wenn man stärker werdenden Hunger verspürt. weiterlesen …

26. März 08

Küchenpolemiker

von Nik

droste_frei.jpgNein, jemanden als Küchenpolemiker zu bezeichnen ist keine Beleidigung. Ich denke, es ist ein sehr großes Lob, wenn man einen Autor mit Grund so nennen kann. Denn schließlich scheut die Polemik – anders als wir es durch Politpossen gewohnt sind – weder die Argumentation, noch die dazu notwendigen stichhaltigen Argumente.

Wiglaf Droste scheut nicht davor zurück Sprachkritik mit spitzer Feder zu betreiben. Jeder, der Watteworte und neblig Angedachtes von sich gibt, um dann eine Nachbesserung oder ein neues Denken zu fordern, ist sein entschiedener Gegner. Denn schließlich geht es bei der Beschäftigung mit Sprache neben Schönheit und Poesie, stets um die Klarheit der Gedanken, um Argumentation und damit auch immer um Konfrontation – und sei es nur, um den Dummsprech eines mehr oder weniger prominenten Zeitgenossen aufs Korn zu nehmen. weiterlesen …

19. März 08

Der Aperitif – Verkanntes Genie

von Nik

mojito.jpgVielleicht sollte man mal ein Loblied auf den Aperitif anstimmen, oder doch eher einen Grabgesang? Muss man sich wirklich noch vor dem Essen ein Getränk bestellen? Deutet dieses Verhalten nicht einzig darauf hin, dass man noch keine Ahnung hat, was man essen möchte? Fragen dieser Art vermögen nicht, die Funktion des Aperitifs zu fassen. Denn schließlich soll dieses Getränk auf etwas vorbereiten, zeigen, dass man sich Zeit nehmen möchte für etwas Anderes. Es ist traurig, dass es hier zu Lande keine Kultur des Drinks an der Bar gibt, bevor man sich zum Essen an einen Tisch nieder lässt. Denn schließlich ist es eine sehr gesellige Art, miteinander ins Gespräch zu kommen, schon einmal einen Blick in die Karte zu werfen und sich auf das Mittagessen zu freuen. weiterlesen …

11. März 08

Die Schlechtigkeit des Käses

von Nik

kase.jpgManche seiner Werke lesen sich wie ein Kriminalroman, manche wie gut recherchierte Historienromane, alle sind sie spannend zu lesen. Man merkt seinen Büchern immer nur am Rande an, wie belesen ihr Autor ist. Dieser möchte damit nicht von der Handlung ablenken, es aber auch nicht gänzlich verschweigen, warum auch. Umberto Eco ist sicherlich einer der größten Autoren Europas. „Die Geschichte der Schönheit“, „Das Foucaultsche Pendel“, „Der Name der Rose“ sind lediglich drei Titel seiner umfangreichen Buchveröffentlichungen. Bei uns ist jedoch weit weniger bekannt, dass dieser Schreibmaniac wöchentlich eine kleine Glosse veröffentlicht. Er schreibt seine „Bustina di Minerva“ regelmäßig in der italienischen Zeitung L´Espresso. weiterlesen …

5. März 08

Buena Vista – Frühschoppen auf Kalifornisch

von Nik

buena-vista.JPGWenn man sonntags nichts zu tun hat, oder einfach mal was anderes unternehmen möchte, kann man wunderbar zum Fishermans Wharf pilgern. Vorausgesetzt natürlich, dass man sich gerade in der Nähe von San Francisco befindet. Man könnte sich dort die Touristen und die Möwen anschauen. Man kann aber auch etwas Gehaltvolles unternehmen, sich im Buena Vista einfinden und dort das reale Leben am frühen Sonntagmorgen bewundern. Ein Tipp: seien sie vor 10.00 Uhr dort. Ich hab’s erst um kurz nach zehn geschafft und befürchtete in meinem durch old europe geprägten Erfahrungsschatz noch, so früh am Morgen vor verschlossenen Türen zu stehen. So viel zu kulturellen Unterschieden. Das Buena Vista straft den zu spät Kommenden mit Gleichgültigkeit. Der Laden ist zum Bersten gefüllt und man hat seine liebe Mühe, überhaupt hinein zu gelangen. weiterlesen …

27. Feb. 08

Baaalaaatooon – Wozu ein Onkel gut ist

von Nik

balaton_017.jpgAls ich klein war, sah ich meinen Onkel gern. Er hatte sehr dunkele Haare und stets eine gut gebräunte Haut. Heute würde man vielleicht von einem dunklen Teint sprechen und nicht dasselbe meinen, aber das ist an dieser Stelle völlig unwichtig. Mein Onkel hatte so eine lustige Aussprache und ihn umgab eine Aura von Abenteuer und wilder Ferne. Wenn er Geschichten erzählte, dann versank die ganze mir bekannte Welt und er nahm mich mit auf eine Reise. Er brachte auch stets eine Flasche Tokajer mit und den durfte ich probieren, heimlich, ohne dass meine Eltern dies merkten. So teilten wir ein Geheimnis und seine Geschichten machten noch mehr Spaß. weiterlesen …

19. Feb. 08

Es gibt kein Bier auf Hawaii

von Nik

fosters.gifDer Wahrheitsgehalt dieses alten Schlagersongs ist in etwa so groß, wie seine Aktualität. Schon als Kind wollte ich immer einmal wissen, warum es ausgerechnet auf Hawaii kein Bier gibt. Wenn es anscheinend überall sonst auf der Welt ja welches zu geben scheint, wie der Titel unverbindlich suggeriert. Also: hinfahren und nachsehen. Hawaii, besser gesagt die Hawaiianischen Inseln sind relativ kleine Landmassen, vergleicht man sie mit der schieren Unendlichkeit des pazifischen Ozeans. Will man von Kalifornien aus dort hin fliegen, muss man nicht weniger als 4000 Kilometer zurücklegen. Dafür ist die Luft auf den Inseln aber auch sensationell, nicht nur verglichen mit dem, was die Leute in LA an Stelle von Sauerstoff so einatmen.

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