Ferran Adrià lobt Burger-Giganten
Wäre es nicht so abgeschmackt, man würde I – wie Ikarus sagen wollen, denn schließlich erlebt man anscheinend auch als Spitzengastronom einen schlimmen Absturz, wenn man jegliche Bodenhaftung verliert und der Sonne – oder aber dem Burgerimperium – zu nahe kommt.
Vielleicht kommt die Molekulare Küche doch auf den Hund. Zumindest ihr bekanntester Protagonist Ferran Adrià, der seit Jahren mit seinem Restaurant El Bulli bislang in der Gourmetszene unbekannte Erfolge feiern konnte, lässt sich nun auf einen lobenden Vergleich zu McDonalds ein.
Normalerweise haben Gastrokritiker eine Menge zu tun, wenn sie sich auf das Experiment eines fünf Stunden Menus beim großen Erneuerer der Küche einlassen. Viele müssen dieses Experiment unterbrechen, da sie schon nach dem 20. Gang einen sensorischen Overkill verzeichnen und ihren Geschmacksknospen erst einmal eine verdiente Auszeit genehmigen müssen. weiterlesen …
Kochbuch und Kreativität
Was ist kreativ an einem Kochbuch? Kochbücher – so könnte man meinen – können viel, aber sicher nicht kreativ sein. Denn immerhin geht es doch letztlich ums Kochen und da sind wir direkt beim Punkt. Denn was, wenn nicht das Kochen bietet mehr Möglichkeiten, täglich der Eintönigkeit von grauen Saucen und welkem Gemüse zu entfliehen. Kochbücher sind von Natur aus kreativ.
Die Gastronomische Akademie Deutschlands (GAD) verleiht nun schon seit 41 Jahren Preise für hervorragende Kochbücher. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse werden die Preise an Verlage und Autoren übergeben. In diesem Jahr wurden insgesamt 53 Titel ausgezeichnet, darunter eines mit dem Kreativ Preis der GAD. Gerade die Vielzahl der prämierten Bücher lässt die Frage aufkommen: Was ist das Kochbuch eigentlich? Was zeichnet es aus? Und was gilt als besonders Kreativ in diesem Bereich. weiterlesen …
Sherry – mehr als nur ein Getränk
„In diesem Buch wollen wir den Sherry aus seinem hierzulande aufgedrückten Image als Nur-Aperitif holen und anhand einer Reihe von Rezepten, die uns Spitzenköche zur Verfügung gestellt haben, beweisen, wie vielfältig der Andalusier einzusetzen ist…“
Nicht nur die verschachtelte Satzkonstruktion zeigt das leichte Unbehagen dieses großen Vorhabens. Denn schließlich verspricht Werner Obalski im Vorwort nichts weniger, als eine Neu-Definition des bei uns bekannten Aperitifs. weiterlesen …
Kalter Küchenkrieg
Vielleicht haben wir alle im letzten Jahrhundert etwas verpasst. Klar ist, dass es den kalten Krieg zwischen den beiden Systemen gab. Dieses Faktum ist in der Erinnerung so lebendig, wie die Teilung Deutschlands und die Berliner Mauer. Beinahe aber wäre aus dem kalten Krieg etwas geworden, was allen Bewohnern – und nicht nur ein paar Rüstungsunternehmen – der beiden Systeme sehr gut getan hätte: Denn Nixon unterbreitete Chruschtschow 1959 im Rahmen der Amerikanischen Nationalschau in Moskau den Vorschlag, nicht weiterhin die Größe der Raketensprengköpfe als Maßstab des ideologischen Vorsprungs zu nehmen.
In der „Küchendebatte“ eröffnete der damalige amerikanische Vizepräsident dem sowjetischen Premier seinen Vorschlag, doch endlich das Schlachtfeld zu verlagern: weg von den Militärgütern, hin zu den Küchen. Denn wie ließe sich der Erfolg eines Systems besser bemessen, als in Form und Funktionalität seiner Küchen? weiterlesen …
Schönkost – Natural Functional Food

Schon der Titel deutet an, dass hier Essen in einer bestimmten Funktion verstanden wird. Allerdings geht es nicht nur um Schönheit, sondern vielmehr um die gesunden Aspekte eines sinnvoll arrangierten Speiseplans.
Beauty-Bibel hat die Brigitte dieses Buch genannt.
Vielleicht nicht zu Unrecht, denn man merkt auf jeder Seite, dass der Autor beseelt schreibt und ein Sendungsbewusstsein hat. Hans Lauber hat es geschafft sein Leben grundlegend zu ändern. Der Diabetiker hat aus seiner Krankheit gelernt, abgenommen und sich intensiv mit gesundheitlichen Fragen der Ernährung auseinander gesetzt. weiterlesen …
Mit Molekülen kochen
Was ist molekulare Küche? Haben sie schon einmal von molekularer Küche gehört? Falls nicht, auch nicht schlimm. Dabei ist die molekulare Küche in aller Munde. Und damit fängt der Spaß erst an. Was also verbirgt sich hinter dem Begriff? Essbare Schäume für Zahnlose? Ungenießbare Kunst auf dem Teller? Unter der Überschrift „Die Reise des Xanthan“ ist der Redaktion von „ZDF-Umwelt“, der „Deutschen Akademie für Kulinaristik“ und dem „Tre Torri Verlag“ das Kunststück gelungen, ein grundlegendes Symposium zu diesem Thema abzuhalten. Damit nicht genug: die rund 400 Teilnehmer der Veranstaltung stammen aus gänzlich verschiedenen Bereichen.
Hierbei zahlte es sich aus, dass nicht nur Ernährungswissenschaftler und engagierte Journalisten geladen waren, sondern neben Natur- und Kulturwissenschaftlern auch eine ganze Riege von Spitzenköchen. So konnte das Thema gleichzeitig eingeführt und vorgestellt, diskutiert und durchgekaut, zerredet und genossen werden. weiterlesen …
Get Rhythm, when you get the blues
Ein halbes Jahrhundert, nachdem Johnny Cash diese Zeilen auf Vinyl presste, entstand ein Film, der diese musikalische Botschaft zum Programm erhob und dabei fast beiläufig ein Denkmal der Liebe, die durch den Magen geht errichtete.
Es wird Zeit an diesen Film, der 2004 alle möglichen Auszeichnungen – darunter die für den Besten Film, das beste Drehbuch, den besten Hauptdarsteller und das beste Debüt – einheimste, zu erinnern, um ihn vor einer Abschiebung ins Archiv und einem Dasein im Blues zu bewahren.
Schultze gets the blues ist ein wunderbarer Film, den Michael Schorr nach acht Jahren Vorbereitung drehte und jede Minute merkt man dem Film seine liebvollen Details an. weiterlesen …
50 Jahre Madonna
Wenn das kein Grund für eine kurze Nachricht ist: die Queen of Pop ist nun endlich in den besten Jahren und feiert am 16. August ihren 50. Geburtstag. Mit „Like a virgin“ würde man ihr mittlerweile nicht mehr gerecht werden. Dieser Hit stand am Anfang ihrer beispiellosen Karriere.
25 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums „Madonna“ wird das Vermögen der Ikone auf weit über 500 Millionen Dollar geschätzt. Ihre beste Rolle hat die Frau, die gleich reihenweise mit der goldenen Himbeere als schlechteste Schauspielerin geehrt wurde in einem kleinen Episodenfilm gespielt, in dem es natürlich auch ums Essen geht. weiterlesen …
Stanley Kubrick – oder der 80. Geburtstag
Was kann man von einem Ausnahmeregisseur sagen, das noch nicht gesagt worden ist? „Was hat er uns für Filme hinterlassen“ seufzte Woody Allen, der schon bald wusste, dass sein Flirt mit dieser süßen Blonden im Kinosaal enden würde, da ihm „2001-Odysse im Weltraum“ die Augen für andere Filmdimensionen öffnete. Der Flirt geriet zur Nebensache.
Jack Nicholsen – Hauptdarsteller in Kubricks Film „Shining“ – zeigt sich bei seinen Ausführungen über den Regisseur, der ihn bis an die Grenzen seines Verstandes führte nicht nur kenntnisreich und intelligent, er lobt ihn als den besten Regisseur, mit dem er je zusammen arbeiten durfte.
Aber auch kulinarisch haben die Beiden neue Film-Dimensionen erschlossen. weiterlesen …
Gut, wenn man eine Katze hat
Ich kann es nicht anders sagen: Ich gehöre zu den Menschen, die eine Katze in ihrer Wohnung beherbergen. Vielleicht hält aus diesem Grunde auch ab und zu ein Kater unbemerkt Einzug. Er besucht mich meist im Morgengrauen, parallel mit grauenvollen, Ohrnerv zerfetzenden Geräuschen von der Baustelle gegenüber. Normalerweise fallen diese Geräusche gar nicht so sehr ins Gewicht, nun aber sind sie tödlich. Das Kreischen der Sägen, das Rütteln der Presslufthämmer scheint an der Innenseite meiner der Stirn einen aktiven Widerhall zu finden. Ohne dass ich sie sehen kann, sprühen tausende kleiner schmerzender Funken an der Stelle zwischen meinen Augen. weiterlesen …



