Gekochte Bücher
Dass die Beste Literatur die ist, die nicht um den Tellerrand herum kommt, ahnten wir schon längst. Spätestens seit Moby Dick, dem Klassiker von Herman Melville wissen wir, dass kein Werk von Format ohne ausführliche Beschreibung eines Essens, oder wie hier der Nahrungskette, die der Walfang letztlich beendet auskommt.
Auch dem Ulysses wäre wohl nicht sein anhaltender Ruhm beschert, würde der Leser nicht ausführlich über die Essgelüste des Herrn Bloom von Anbeginn des Romangeschehens informiert. Nicht nur das Essen, sondern schon der Einkauf, als auch die Zubereitung des Frühstücks füllen Seiten in diesem bahnbrechenden Roman. Adam Gopnik hat viel in Literatur geblättert, gelesen und Details über Essen ausgegraben. Er hat sogar die Rezepte, die er während seiner Lektüre aufstöberte nachgekocht. weiterlesen …
Zeit für die Revolutionierung der Kochsendung
Mal ehrlich: Sind sie es nicht auch langsam leid? Diese penetrante Berieselung mit allem möglichen Gequatsche rund um den Herd?
Sei es nun Kerner, der als Moderator futternd von einem Koch zum nächsten läuft und gegen Ende seiner Sendung das hungernde Saalpublikum stellvertretend für uns auf die Bühne bittet. Sei es Tim Mälzer, der mit Headset durch die schiefe Kameralage hechtet, als ginge es darum, das Essen sofort nach der Zubereitung wieder aus zu göbeln. Oder sei es das perfekte Promi-Dinner, bei dem die Kommentare aus dem Off meist gehaltvoller sind, als die Gerichte auf dem Teller. Dabei versprach der Beginn der Kochrevolution doch etwas Neues. weiterlesen …
Berühmt werden im Schnelldurchgang
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es wohl ist, wenn Sie über Nacht berühmt würden? Sicherlich. Was aber, wenn sie nun tatsächlich die Möglichkeit erhalten, sofort zu einer Berühmtheit zu werden? Alles was sie dazu brauchen, sind 200 Dollar und ein wenig Mut, der Rest wird von einer Firma übernommen. Würden Sie sich das Angebot entgehen lassen? weiterlesen …
Globalisierung regional – Bierbrauen in Addis
Sicher, Äthiopien ist nicht gerade das Land, das bei uns mit kulinarischen Genüssen in Verbindung gebracht wird. Injera, das Nationalgericht Äthiopiens gilt nicht gerade als Leckerbissen. Aber dennoch: im Zuge der Globalisierung kann man selbst von diesem Land im Osten Afrikas etwas lernen. Verblüffender noch, man kann etwas über Bierbrauen und den grundlegend geselligen Genuss beim Biertrinken in Erfahrung bringen.
Ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können….
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Wie wird man eigentlich Mafiosi? Nun, zunächst muss man lernen, wie man vernünftig für 20 Jungs kocht. Dazu gehören nicht nur ausgesuchte Italienische Lebensmittel, sondern selbstredend auch ein kräftiger Schluck Rotwein. Für Michael Corleone ist die Kochunterweisung durch Clemenza der unscheinbare Initiationsritus für seine beispiellose Karriere als Pate. „Komm her Kleiner, kannst was lernen…“ Später wird Michael gut essen, einen Schluck Wein zu sich nehmen und seinen ersten Mord begehen. weiterlesen …
Das Essen der Anderen
Florian Henckel von Donnersmarck hat für sein Spielfilmdebüt „Das Leben der Anderen“ gleich einen Oscar bekommen. Vielleicht kein Zufall, wie ein Blick auf das Essen verrät. weiterlesen …
Japanischer Aschermittwoch
Kaum verschwinden hierzulande die Jecken von den Straßen, geht man am anderen Ende der Welt daran, die Probleme der Trunksucht praktisch zu lösen. weiterlesen …
Eat, drink, see movies: Berlinale kulinarisch
Das Kochen und Kino eine Menge gemeinsam haben ist so alt wie der Kochtopf, bzw. der Projektor, der Dampf in die Sache bringt und das Leben auf die Leinwand wirft. Mise-en-place und mise-on-scène sind zwei Beschreibungen einer grundlegenden Technik.
Die Arrangements und Tableaus der Szene, bzw. des Tellers beeinflussen die Atmosphäre der Situation. Wenn Michael Ballhaus, der wohl bekannteste deutsche Kameramann herausstellt, dass das Timing für seine Arbeit von entscheidender Bedeutung ist, dann unterstreicht er dieser Tage auf der Berlinale etwas anderes: er möchte darauf hinweisen, wie viel er von Köchen und deren Arbeit gelernt hat, lange bevor er seine erste Kamera in der Hand hielt.
Das Kochbuch als Nationengründer
Artusis Grundlegende Verbindung von Wissenschaft und Kunst, Kochen und alkoholischem Genuss.
Wie kann man einen aus Regionen bestehenden Bund zu einer Nation fördern. Heerscharen von Philosophen waren der Ansicht, dass man den Naturzustand, in dem der Mensch dem Menschen ein Wolf war, zugunsten einer freiwilligen Unterwerfung unter einen staatlichen Souverän aufgehoben hat.
Das dieser Akt viel weniger einer der Unterwerfung, als einer des Mahls und der Getränke war, kann man anhand eines viel beachteten Kochbuches für Italien nachzeichnen. weiterlesen …
Vor zehn Jahren erlebte ein bizarrer Film seine deutsche Uraufführung. Lost Highway von David Lynch lässt uns in die Welt des Jazzsaxophonisten Fred Madison eintauchen. Wir erleben als Zuschauer mit, wie jemand buchstäblich die Fahrbahn verlässt und in eine andere Vorstellungswelt rutscht. Die ersten Risse treten unscheinbar auf. Es gibt anonyme Videoaufnahmen, die das Haus von Fred und seiner Frau Renee von außen zeigen, dann welche, auf denen die Zimmer des Hauses gezeigt werden. Die beiden Kriminalbeamten Al und Ed untersuchen das Haus auf Einbruchspuren, finden aber nichts. Al kann lediglich konstatieren, dass hier merkwürdige Zufälle am Werk sind, während Ed seinen Kollegen lakonisch an seinen kriminalistischen Erfahrungsschatz erinnert und damit sehr knapp das Programm des Films umreißt: „Zufälle sind niemals Zufälle!“
Vor einigen Tagen ereignete sich ein merkwürdiger Zufall, als aus Frankreich, dem Mutterland der höfischen Küche und aus Amerika, dem Mutterland der Hamburger und Nahrungsergänzungsmittel zeitgleich Artikel erschienen, die das Koch- und Essverhalten kritisierten. Was aber ist geschehen? Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum denkbar sind, die Kochikone Paul Bocuse und der Berkeley Professor für Journalismus Michael Pollan schlagen heftigen Koch-Alarm. weiterlesen …



