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17. Jan. 07

Als die Schrift kochen lernte

von Nik

peterpeter_frei.jpgPeter Peters kulturhistorische Analyse der italienischen Küchenerfolgsgeschichte

Beginnen wir von vorn. Gehen wir noch einmal zurück. Ganz weit. Durchschreiten wir die Pforte und beobachten das erste selbst bestimmte Treiben im Paradies:Adam und Eva sind wie Kinder frei in ihren Handlungen. Sie dürfen tun und lassen, was sie wollen, allerdings mit einer Ausnahme: ein Baum wird mit einem Tabu belegt. Von diesem Baum der Erkenntnis dürfen sie nichts essen. Die Früchte dieses Baumes seien tödlich. Mit dem Verbot pflanzt der kluge Gott des alten Testaments das Begehren in die Welt. weiterlesen …

10. Jan. 07

Chili und Tequila Rapido – Betty Blue zum 20.Gebutstag

von Nik

bettyblue_frei.jpegVor zwanzig Jahren lief ein Film in unseren Kinos an, der nur so vor Lebensfreude und praller Energie strotzt. Schon in den ersten zehn Minuten erleben wir Liebe, Lebensfreude am Strand, die Freude über ein schönes Chili und entrückte Momente der Wahrheit bei Tequila Rapido.

 

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3. Jan. 07

Zwanzigster Geburtstag oder: Das Aah und Ooh der feinen Küche

von Nik

Titelblatt - Otto Henkell: Das Aah und Ooh der feinen Küche.Wie der Titel schon andeutet haben wir es hier nicht mit dem Biosaurier unter den Kochsendungen zu tun. Es gibt kein mhhhhh oder mmmmmmhhh zu hören, sondern wirkliche Worte des Staunens und Entzückens. In Otto Henkells Brevier für Feinschmecker befinden sich zweihundertdreißig Leckerbissen von Austern bis Zimt. Sie sind in einer lockeren Plauderei über vier Jahre ruhig und regelmäßig entstanden, bevor sie zwischen zwei Buchdeckel gebunden ihre volle Reife entfalten konnten. weiterlesen …

28. Dez. 06

Yes- Küchenlatein der Liebesworte

von Nik

Filmplakat zu Sally Potters Film YESSally Potters Film beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten der Liebe in ihrem Entstehen. Zugleich kreist er permanent um die Frage, wie viel Verstehen Liebe voraussetzt und wie viel sie vertragen kann. Es geht um Synthese und Analyse. Nicht zufällig tauscht der Hauptdarsteller sein Chirurgenbesteck gegen ein Küchenmesser ein und wandelt sich vom Arzt zum Koch. Als Koch zerschneidet er nicht nur, er verbindet durch sein Handwerk und seine Worte verschiedene Elemente miteinander.Um es vorweg zu sagen: Dieser Film enthält alle Elemente, die man braucht, um reinen Kitsch abzubilden. weiterlesen …

19. Dez. 06

Von Bond zum Vesper-Martini

von Nik

So, wie wir in Casino-Royal die Geburt eines Geheimagenten miterleben können, so können wir uns über die Renaissance des Klassikers der Martinis freuen:

Als Ian Fleming 1953 seinen Roman veröffentlichte, lag er voll im Trink-Trend seiner Zeit: er veröffentlichte zusammen mit seinem Geheimagenten James Bond auch sofort das zeitgemäße Getränk, den „Vesper-Martini“. weiterlesen …

6. Dez. 06

Eine Hommage an Roman Polanski – beim Blick in den Kochtopf

von Nik

Doppelt plagt euch, mengt und mischt!
Kessel brodelt, Feuer zischt.

macbeth_frei.jpegSelbstredend war es ein erhebender Moment, als der 1933 in Paris geborene Roman Polanski in Warschau für sein Lebenswerk mit dem europäischen Filmpreis geehrt wurde. Ganz nebenbei spielt das Essen in vielen seiner schon als klassisch zu bezeichnenden Filme eine zentrale symbolische Rolle, etwa das Schokoladen-Mäuschen in Rosemaries Baby, oder der Fisch, serviert mit Kopf in Chinatown.

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28. Nov. 06

Mr. Bond jagt Dr. Martini

von Nik

Anmerkungen zu Casino Royale
Königlich geht es nicht gerade zu, im neuen James Bond Film. Eher handfest, massiv und zuweilen auch ungehobelt. Daniel Craig avanciert zum neuesten Agenten mit der so beliebten Lizenz zum Töten. Dabei muss der Mann buchstäblich in seine Agentenrolle hineinwachsen. Viele Passagen des Films sind so zugeschnitten, dass man sich über Bond einfach wundern muss. Da verliebt er sich zum ersten Mal, als wüsste er nicht, dass sich das für einen Geheimagenten seiner Majestät nicht ziemt. Das Schlimmste aber ist, dass Bond noch nicht einmal weiß, wie man als britischer Agent einen Martini bestellt. weiterlesen …

24. Nov. 06

alfredissimo – ein Nachruf auf die Erfindung des Küchentalks

von Nik

In der ruhigen, friedvollen und beschaulichen Zeit zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Sylvester begann im Ersten Deutschen Fernsehen die Revolution. Keiner hatte es erwartet, aber was an diesem 27. Dezember 1994 gestartet wurde, war keine kleine Nischensendung, die nach wenigen Monaten dem Vergessen anheim fällt, nein es ist eine nachhaltige Erfolgsstory. Dabei verblüfft das Format durch Stille. Die Bilder wirken beinahe statisch. Eine Kamera ist auf die beiden Protagonisten gerichtet, es gibt nur ganz selten einen Schnitt. Der Aufbau der Sendung vermeidet alles Hektische, schon beim ersten Betrachten fällt dem Körper das Kontemplative dieser dreißig Minuten ins Auge: beim ruhigen Plausch an Herd und Weinglas kann man wunderbar entspannen und die Sprechblasen neben den Küchendüften an sich vorüberziehen lassen. weiterlesen …

23. Nov. 06

Wissen, das aus dem Kochtopf dampft

von Nik

Ein Franzose und Planet Wissen

Wie war das noch in dem kleinen Dorf voller unbeugsamer Gallier? Es hört nicht auf, den römischen Eindringlingen Widerstand zu leisten. Es gibt einen Chef, den keiner wirklich ernst nimmt. Es gibt einen Barden, der alles machen darf, nur nicht singen. Einen Fischhändler, der seine Ware lieber aus Lutetia kommen lässt, anstatt im Meer hinter seinem Laden zu angeln. Schließlich ist er seiner Kundschaft ja etwas schuldig. Natürlich gibt es den Produzenten von Hinkelsteinen und den kleinen listigen Helden der Geschichten. Bevor wir uns versehen, haben wir eine entscheidende Figur in unserer Aufzählung vergessen: Nicht der Schmied ist entscheidend, auch nicht die Frau des Chefs und ebenso wenig der Dorfälteste. weiterlesen …

23. Nov. 06

Innereien, sautiert – Herr Bloom am Morgen

von Nik

Nierchen gekauft. Unachtsam werfe ich das Papier in der Küche zu Boden. Die Katze umstreicht unbeeindruckt meine Beine. In Memoriam. Heute ist Bloomsday. Die Zeilen aus Joyce „Ulysses“ kommen mir in den Sinn:

„Mr. Leopold Bloom aß mit Vorliebe die inneren Organe von Vieh und Geflügel. Er liebte dicke Gänsekleinsuppen, leckere Muskelmägen, gespicktes Bratherz, panierte kroß geröstete Leberschnitten, gerösteten Dorschrogen. Am allerliebsten hatte er gegrillte Hammelnieren, die seinem Gaumen einen feinen Beigeschmack schwachduftigen Urins vermittelten.“

Sehr richtig. weiterlesen …