Gerade ist der dritte Teil der „Piraten der Karibik“ in unseren Kinos als herrliches Sommerspektakel gelaufen, schon stellen sich die Fragen, wie es wohl wirklich ausgesehen haben mag, dieses Leben der Freibeuter und Piraten in der wilden Zeit des beginnenden 18. Jahrhunderts. Tranken sie wirklich den ganzen Tag Rum?
Unbestreitbar gab es einen Piraten, der zum ungekrönten König seiner Zunft avanciert: Es handelt sich in Wirklichkeit nicht um den im Film von Johnny Depp verkörperten Kapitän Jack Sparrow, sondern um einen weitgehend unbekannten Mann, der das Piratenwesen revolutionierte. weiterlesen …
43 – Assoziationen
Was fällt ihnen zu 43 ein? Zwei Zahlen. Eine davon Prim. Quersumme Sieben, also schon hier eine weitere Primzahl und zugleich der Verweis auf etwas Magisches, oder schlicht auf die sieben Todsünden. Vielleicht stellt die Zahl aber auch lediglich den Beginn einer absteigenden kurzen Reihe vor – 4321? Nein, erweitern wir nicht, beschränken wir uns auf die Zahl 43.
08/15 eine andere Zahl, zwei Doppelte hintereinander geschaltet. Der Inbegriff für Genormtes. Dies allerdings völlig zu Recht, denn die Nummer 08/15 bezeichnet in der Tat die erste Normung auf deutschsprachigem Gebiet und damit den modernen Beginn der technischen Revolutionen. weiterlesen …
Heute Abend trinke ich nichts. Das ist schon mal sicher, so wahr ich hier schreibe. Die Verbindung zwischen verkaterten und berauschten Schreiben ist mindestens so alt wie die Schriftkunst, die ihrerseits sehr wahrscheinlich nicht ohne den Genuss geistiger Getränke entwickelt worden ist.
Sehr oft verweist die Literatur direkt aufs Getränk. Wenn etwa Haruki Murakami seinen Protagonisten eine Jazz-Platte auflegen und dazu einen Whiskey trinken lässt, dann kann er einige Romanseiten später fest darauf bauen, einen Großteil seiner Leserschaft an die Musikanlage und ans Glas geführt zu haben. Denn die einzelnen Töne der Musik fügen sich in die gleichmäßigen Töne der Einsamkeit, die Trost im Leben des brennenden Wassers findet. Im Falle des Wassers weist das Getränk auf die Literatur: Wie anders, als mit Wodka wäre die russische Literatur denkbar? Und natürlich hat niemand die Frage gestellt, warum ein Romancier zum Namensgeber eines der bekanntesten Wässerchen wurde. weiterlesen …
Natürlich fragt man sich, was der Mann denn als Letztes gegessen hat. Schließlich ist er in unserem Kulturkreis kein Unbekannter. Und auch, wenn er schon vor zwei Jahrtausenden gestorben ist, liegt sein weltweiter Bekanntheitsgrad sicherlich über dem von Pabst Benedikt dem XVI.. Vermutlich – und das ist ja beinahe Blasphemie – sogar in Bayern.
Die Frage treibt die Kunst ebenso um, wie die Theologie: was hat Jesus, Spross aus unbefleckter Empfängnis, zuletzt im Kreise seiner Jünger zu sich genommen? Waren es Spiegeleier und Spinat? Oder wirklich Brot und Wein? weiterlesen …
Es scheint, als wolle der HERR in Vertretung von Ivan (Mads Mikkelsen), den gefallenen Adam (Ulrich Thomsen) wieder ins Paradies aufnehmen. Adam erhält eine zweite Chance und darf im Garten des HERREN den Baum bestaunen, der die Früchte der Erkenntnis hervorbringt. Adam würde gerne einen Apfel kosten, aber noch sind die Früchte ihm verboten. Denn zuvor hat der HERR noch eine harte Prüfung für Adam vorgesehen, schließlich ist Adam ein besonders schwerer Fall. weiterlesen …
Charles Schumann hautnah
Die achtziger Jahre waren mit Sicherheit das Jahrzehnt der narzisstischen Kränkungen und der sexuellen Überschätzungen. Blake Edwards hat mit seinem Film Skin Deep der männlichen Angst vor geforderter sexueller Omnipräsenz dieser Dekade ein filmisches Denkmal gesetzt. Es gibt eine Szene in Skin Deep, in welcher Barney (Vincent Gardenia) der Barkeeper dem ebenso sprachlosen wie betrunkenen Pulitzer-Preisträger Zach Hutton (John Ritter) kurz etwas erklärt. Es geht um Zachs Schreibhemmung, seinen Hang zu jungen Frauen, unendlich viel Alkohol und schließlich die nach Jahren gefundene Lösung. „Dass, lieber Zach, hätte ich dir auch einfach sagen können“, erklärt der Mann hinter der Theke dem verdutzten Erfolgsschriftsteller. „Aber warum hast du es denn nicht?“ fragt der Indignierte. „Na, weil du mich nicht gefragt hast.“ Für wahr eine philosophische Einstellung und letztlich auch gut fürs Geschäft, denn immerhin brummt der Laden und auch wir Zuschauer haben Spaß an dem teilweise arg alkoholisierten Treiben am Tresen. weiterlesen …
Dinieren dient dem Karrieresprung
Können Sie sich noch an Peter Lorre erinnern? Vielen dürfte er noch durch seine Rolle als Ugarte an der Seite von Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann in „Casablanca“ in Erinnerung sein.
Wie aber kam der Mime mit der beeindruckenden Stimme nach Hollywood? Ganz einfach, in seiner größten Not ging er im Pariser Ritz speisen, um ein Engagement bei einem Gourmet-Regisseur zu erhalten. weiterlesen …
Der Film trägt den programmatischen Titel: How to cook your life. In diesem Film sehen wir einen Zen-Koch bei der Arbeit im Umgang mit seinen Zutaten – den Menschen in den von ihm geleiteten Kochseminaren. Edward Espe Brown, der Koch-Meister, war einst selbst ein Schüler, ein Suchender und fand Halt am Herd fern ab von zu Hause. Der junge Mann wanderte durch die Welt und stand eines Tages vor Sazuki Roshi, dessen Namen er aber damals noch nicht kannte. Dieser sagte zu ihm: „Wasche den Reis. Aber wenn du den Reis wäscht, dann wasche den Reis.“ Da spürte Edward E. Brown etwas Göttliches in sich und er wusch den Reis. weiterlesen …
Von Japan lernen – Das Sushi Sakrileg
Stellen sie sich einmal vor, sie hören davon, dass eine komisch aussehende Brause, in einem Ostasiatischen Restaurant ausgeschenkt mit dem Zusatz „Nach deutschem Reinheitsgebot“ bedacht wird. Stellen sie sich weiter vor, dass dieses Getränk parfümiert riecht, einen komischen Schaum bildet und eine Farbe aufweist, die eher an Thunfisch als an Gerstensaft denken lässt. Nun stellen Sie sich vor, sie würden von japanischen Kollegen in einem Restaurant eingeladen und ihnen zu Ehren würde dieses komische Getränk bestellt, das man in Japan „Deutsches Bier“ nennt. Nein, an dieser Stelle ist falsche Höflichkeit sicherlich nicht angebracht. Eher erscheint es ratsam, sich am Japanischen Beispiel zu orientieren. Der japanische Agrarminister Toshikatsu Matsuoka hat eine japanische Gourmet-Polizei ins Spiel gebracht. weiterlesen …
Fast-Food Mutterland: Frankreich
Normalerweise spricht man in den Ländern des good old europe gerne von der McDonaldisierung der Esskultur durch die amerikanischen Burgerketten. Nicht nur die Kultur des Essens steht seitdem, so scheint es auf dem Spiel, unser gesamtes Leben werde sich grundlegend verändern. Umso erstaunlicher, dass nun eine Historikerin gerade im Mutterland der haut-cuisine die Wiege des Fast-Food sieht. weiterlesen …



