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12. Feb. 08

Eat Germany

von Nik

eat_germany.jpg„Es war schon fast wieder hell, als ich letzte Woche von einem Restaurantbesuch nach Hause ging.“ Schreibt Ralf Frenzel in seinem Vorwort. Schließlich kann ein gutes Essen, ein stimmiges Ambiente und ein gutes Gespräch dazu führen, dass man Zeit und Raum vergisst. Aber was ist das eigentlich, dieser Zauber? Ralf Frenzel bleibt an dieser Stelle die Antwort schuldig und lässt stattdessen das Buch für sich sprechen. Eat Germany – Der Titel klingt danach, als würde er sich in englischsprachigen Gegenden gut verkaufen können. Besonders, wenn man Deutschland von der Landkarte knabbern möchte. Aber schon der Untertitel „100 Restaurants die man kennen muss“, holt einen in die kulinarische Realität zurück. Wir tauchen ein in die schönen Aufnahmen, die uns sinnliche Eindrücke der Restaurants vermitteln.

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5. Feb. 08

Wein – Laune

von Nik

wein-spricht-deutsch.jpg„Es ist ein Jammer, dass man so etwas Gutes immer nur Glasweise trinken kann.“ Fast scheint es so, als hätte sich Stuart Pigott diesen Wahlspruch Ivan Rebroffs zu Eigen gemacht. Denn mit seinem neuen Buch „Wein spricht deutsch“ überschreitet der renommierte Weinkritiker alle Standards und Grenzen der Weinbeschreibung.

720 Seiten Großformat, sind nicht dazu angetan sie nebenbei zu lesen. Man muss dieses Buch-Ereignis genießen und mit allen Sinnen auf sich wirken lassen. Dieses Werk lädt auf verschiedenen Ebenen zur Einkehr ein. Denn nicht nur die Beschreibungen der Anbaugebiete, die liebevolle Vorstellung der Winzer und die detailgenaue Bewertung der verschienen Weine, auch die wunderschönen Fotos von Andreas Durst, sowie die sehr guten Texte verdienen Zeit der eingehenden Betrachtung. weiterlesen …

30. Jan. 08

Zwischen den Mahlzeiten

von Nik

liebling_frei.jpgHand aufs Herz: kann es etwas Schöneres geben, als über das Essen zu schreiben? Vorausgesetzt natürlich, dass man das Essen liebt, es professionell als Objekt der Feldforschung sieht und zugleich aus gänzlich subjektiven Gründen Lust hat an Genüssen. Der amerikanische Autor A.J. Liebling meint damit im wahrsten Sinne ausschweifende orale Sinnlichkeit. Wenn man sein Buch in die Hand nimmt und seine liebevoll zusammen gestellten Artikel liest, dann merkt man sehr bald, dass hier jemand schreibt, der mit jeder Zeile an das denkt, was die Feder auf dem Papier lediglich zu umschreiben vermag. Zugleich aber kommt er der Kunst der Zunge sehr nahe indem er versucht, den sinnlichen Eindruck, der sie betörte durch den sprachlichen Eindruck einzufangen. Dieses Handwerk hat er zu einer derartigen Meisterschaft getrieben, dass man Liebling ohne Übetreibungen einem schriftstellerischen Bocuse avant la casserole nennen kann. weiterlesen …

23. Jan. 08

Variationen des Genie Essens

von Nik

genie-essen1.jpgManchmal muss man auf kleine Perlen in der Bücherlandschaft besonders hinweisen, damit sie gebührend gewürdigt werden können. An dieser Stelle freut es mich ein schönes Buch vorzustellen, dass seinen Ideenreichtum schon versprüht, wenn man es nur durchblättert. Genie-Essen: welch passenderen Titel könnte man sich für ein Kochbuch vorstellen? Geh nie essen, bleib zu Hause, Lade dir selbst Gäste ein und koche. Genie-sse deine Zeit beim Lesen, beim Kochen, bei Gesprächen, beim Essen. Und selbstredend wird schon im Titel das Produkt entsprechend gelobt, denn wie anders als genial sollte man ein gemeinsames Essen bezeichnen? weiterlesen …

16. Jan. 08

Skol – Auf die Gesundheit!

von Nik

photocaseweinandreasfranke.jpgMan hat es ja schon immer geahnt, ja eigentlich auch heimlich gewusst: Abstinenzlern fehlt etwas. Jetzt ist in Dänemark eine Studie erschienen, die zum ersten Mal erklären kann, weshalb Abstinenzler mindestens so oft an einem Herzinfarkt sterben, wie unsportliche Trinker.

Vielleicht sollte man an dieser Stelle einmal Dänen da oben dankbar sein, denn welches protestantische Land käme außer unseren freundlichen Nachbarn auf die Idee, den Abstinenzlern die Leviten zu lesen? Oder anders gefragt: wer würde in einer über zwanzig Jahre angelegten Testreihe danach fragen, ob die Gruppe der Personen, die nicht an einem Herzinfarkt gestorben sind, vielleicht regelmäßiger trinken, als die übrigen Testpersonen. Jetzt aber ist es amtlich: In einer Langzeitstudie konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sich mäßiger Alkoholkonsum günstig auf die Gesundheit auswirkt. weiterlesen …

9. Jan. 08

Wilhelm Busch – Gastropoet

von Nik

wilhelm_busch.pngNatürlich kennt ihn jedes Kind: Wilhelm Busch ist nicht nur als Erfinder von „Max und Moritz“ in Erinnerung. Er ist der Ur-Vater der Comic-Erzählung, Autor von „Plisch und Plum“, der „Frommen Helene“ und Wegbereiter sprachlicher Lautmalerei. Sein Lehrer Lämpel aus Max und Moritz ist sicherlich bekannter als der Doktor Faustus von Thomas Mann. Dabei trug sich Busch, bevor er sich der Malerei zuwendet mit dem Gedanken, als Bienenzüchter nach Brasilien auszuwandern. Zum Glück aber schafft er mit „Max und Moritz“ aus dem Stand den Durchbruch. weiterlesen …

19. Dez. 07

Vom Aussterben des Filterkaffees

von Nik

photocaseqpd8upca4bpd.jpgMeistens bedauert man, wenn etwas ausstirbt. In diesem Fall ist es anders. Es ist wahrlich eine wunderbare Entwicklung, dass der Filterkaffee allmählich ausstirbt. Schön, dass dieses unnatürlich braune Kaffeepulver, durch die dunklere Brennung in vielen vorzüglichen Varianten ersetzt wird. Man muss dem Filterkaffee sicherlich keine Träne nachweinen. Vielleicht erinnern sie sich noch, wie er im Büro stundenlang auf extra für diesen Zweck konzipierten Warmhalteplatten seinen Aromatod entgegensimmerte, bis seine Reste sich endgültig in eine Konsistenz aus Plastik verwandelten. Diese Dinge sollte es nur noch in der Erinnerung geben. Vielleicht noch in einem Archiv, um zukünftige Generationen vor dieser schlimmen esskulturellen Entgleisung zu warnen.

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12. Dez. 07

Das Ende der preiswerten Nahrung

von Nik

economist.jpgDass ein Auto mit Benzin fährt ist ein alter Hut. Das dieses Benzin aus Rohöl gewonnen wird, weiß auch jedes Kind. Mittlerweile produziert man Öl, um es direkt im Motor zu verbrennen. Apropos Öl: Warum kann man nicht einfach seine Essensreste oder abgestandenes Bier in den Tank seines Autos werfen? Schließlich handelt es sich hierbei ja um einen Verbrennungsmotor. Damit wäre eine Menge Müll gespart und der Kohlendioxidausstoß könnte gleichzeitig reduziert werden. Außerdem wäre diese Methode weit aus sinnvoller, als Lebensmittel anzubauen, die dann für nichts anderes verwendet werden, als eben zur Befüllung des Autotanks. weiterlesen …

5. Dez. 07

Das Grauen ist ein Kalbskopf – Joseph Conrad zum 150. Geburtstag

von Nik

kalbskopf_1.jpg„Das Grauen – das Grauen!“ man hat das Gesicht des von Marlon Brando gespielten Colonel Kurtz in seiner Jenseitigkeit noch lebendig vor Augen, sobald man diese geraunten Worte hört. Die letzten Worte des Agenten Kurtz aus dem „Herz der Finsternis“, die selbst wie aus der Gruft gerufen scheinen und mit ihrem Klang all die Erinnerungen – nervös wie von Irrlichtern des Gedächtnisses flackernd erleuchtet – dieser Szenen an die Oberfläche befördern. Und doch sind sie ein Abglanz einer anderen, weiter zurückliegenden Zeit.

Man hört in dem Rufen nicht nur das Verzweifelte einer Zivilisation, welche die Lügen ihrer eigenen Wahrheiten zu Gesicht bekommt, ohne über die Möglichkeit zu verfügen, das eigene Bewusstsein vor diesem Grauen zu bewahren. Man erkennt ein Echo, das auf den Roman von Joseph Conrad zurückführt: Denn es ist dasselbe Grauen, zu einer anderen und doch ähnlichen Zeit, das in diesem großartigen Roman die Hautfigur gegen Ende niederdrückt. weiterlesen …

28. Nov. 07

Mekong – flüssige Straße

von Nik

mekhong_thai_whiskey_35_700.jpgDer Mekong ist nicht nur einer der längsten Flüsse der Welt, er ist zugleich Lebensader für ein Gebiet in Südostasien, das zusammengenommen größer als Deutschland ist. Der Mekong ist Symbol unserer Sehnsucht nach Reizen tropischer Landschaft und der Beschreibung einer Grenze hin zum anderen, das wir nicht verstehen.

Der Mekong ist zugleich Namensgeber für den so berühmten, wie auch berüchtigten Thai-Whiskey „Mekong“. Natürlich ist dieses Getränk von Mythen umrankt und vielleicht hat dies viel damit zu tun, dass es – wie sein Namensgebender Fluss – eine Grenze markiert.

Das Herz der Finsternis – wie Joseph Conrad es in seinem gleichnamigen Roman beschrieben hat findet sich in diesem Getränk genauso wie die tropische Sonne. weiterlesen …